Angellexikon

Nachfolgend haben wir einige Informationen über die heimischen Fische zusammengestellt. Sollte also mal eine Info entwischt sein, könnt Ihr sie Euch hier wieder einfangen.

 

 

Hecht

Esox lucius

Merkmale: Langer, walzenförmiger und seitlich nur mäßig abgeflachter Körper. Relativ langer Kopf mit einem langen Maul; große Rücken- und Afterflosse. Olivgrüne Färbung und weisser Bauch, die Zeichnungen auf dem Körper sind sehr unterschiedlich. Großes Maul mit in mehreren Reihen angeordneten spitzen und scharfen Zähnen.

Lebensräume: Die Verbreitung des Hechtes erstreckt sich über Nordasien und Europa.

Lebensweise: Der Hecht kommt in allen Gewässern Mitteleuropas vor, die dem Raubfisch genügend Lebensmöglichkeiten bieten. Der bevorzugte Lebensraum des Hechtes liegt in den vegetationsreichen Uferzonen stehender oder langsam fließender Gewässer. Hier lauert er zwischen den Wasserpflanzen, unter Uferböschungen oder in versunken Bäumen/Ästen auf Beute.

Nahrung: Am Anfang tierisches Plankton und Fischbrut, später Fische aller Art, Frösche, Vögel und sogar kleine Säugetiere; ernährt sich auch kanibalisch von eigenen Artgenossen.

Größe: Die Durchschnittsgrößen liegen zwischen 50cm bis 100cm. In seltenen Fällen kann der Hecht kann bis zu ca. 25 kg schwer werden.

Alter: Im Normalfall bis 15 Jahre, bis zu 30 Jahre wurde aber auch nachgewiesen.

Laichzeit: Zur Fortpflanzung im Frühjahr (Februar bis April - Wassertemperatur muss unter 8° liegen) werden Bereiche geringer Tiefe oder überschwemmte Riedwiesen aufgesucht, und die an Wasserpflanzen heftenden Eier abgelegt (bis 20.000 pro kg Körpergewicht). Die nach 10 - 15 Tagen schlüpfenden Larven bleiben die ersten Tage an Pflanzenstängeln haften. Als Jungfischchen ernähren sie sich von Kleinkrebsen, aber nach 4 - 5 Wochen, mit einer Länge von ca. 5 cm, erfolgt die Umstellung auf Fisch als Hauptnahrung. Geschlechtsreif wird der Hecht nach 1 bis 2 Jahren.

Zander

Sander lucioperca

Merkmale: Rücken eher grünlich, hellere Flanken mit dunkleren Querstreifen, geblicher Bauch; zwei, voneinander getrennte, Rückenflossen, die vordere mit Stachelstrahlen; spitze Schnauze mit endständigem Maul, viele kleine Zähnen und zwei Paar größere, so genannte Hundszähne.

Lebensräume: Die ursprüngliche Heimat des Zanders ist der Osten und Norden Europas.

Lebensweise: Der Zander bevorzugt große Flüsse und Seen mit hartem, sandigen Grund und planktontrübem Wasser.

Nahrung: Er ist ein ausgesprochener Raubfisch, der sich vorwiegend von Ukelei, kleinen Rotaugen und Barschen ernährt, der aber auch Angehörige der eigenen Art nicht verschmäht. In der Jugend tierisches Plankton und Fischbrut.

Größe: Die Durchschnittsgrößen liegen bei 40 bis 70 cm, unter idealen Lebensbedingungen kann er bis 130 cm lang und über 15 kg schwer werden.

Alter: ungefähr 15 Jahre

Laichzeit: Die Laichzeit fällt in die Zeit von April - Juni, bei Wassertemperaturen von 12 - 15 °C.

Aal

Anguilla anguilla

Merkmale: Langgestreckter, schlangenähnlicher, vorn drehrunder, hinten seitlich zusammengedrückter, kräftiger muskulöser Körper; Rücken-, Schwanz- und Afterflosse bilden einen langen, einheitlichen Flossensaum; Zwei kleine Brustflossen, keine Bauchflossen; Dicke, schleimige Haut, in der die winzigen, länglich ovalen, nicht zusammenhängenden Schuppen verborgen sind; Kleine Augen; Färbung bräunlich/schwarz, Unterseite weiß.
Lebensräume:
Aale sind in allen Binnengewässern Europas und Nordafrikas verbreitet und werden auch in der Ost- und Nordsee gefangen.

Lebensweise: Er bevorzugt Flüsse, Bäche und Seen mit weichem oder schlammigem Grund, in dem er sich gerne eingräbt. Der Boden muss dazu aber frei von Faulgasen sein. In der Dämmerung werden sie aktiv und gehen auf Nahrungssuche. In Flüssen suchen die Aale Bereiche, in denen das sauerstoffreiche Wasser vorbeiströmt.

Nahrung: Die Aale, die in Flussmündungen und im Brackwasser leben, ernähren sich von kleineren Tieren, wie Flusskrebsen, Würmern, Krabben, Insektenlarven etc., sie sind in der Regel kleiner und spitzköpfiger (Spitzkopfaale) als die reinen Süßwasser oder Flussaale. Letztere ernähren sich von größeren Tieren wie Flusskrebsen, Fröschen, kleinen Fischen und sogar Mäusen. Sie sind schnellwüchsig und breitköpfig und werden als Breitkopf- oder Raubaale bezeichnet.

Größe: Männliche Aale bis 50 cm lang und ca. 0,2 kg schwer, Weibchen dagegen bis 1,50 m lang und teilweise über 6 kg schwer.

Alter: 10 bis 15 Jahre, in geschlossenen Gewässern über 50 Jahre

Laichzeit: Der Aal als katadromer Wanderfisch verbringt den größten Teil seiner Jugendzeit im Süßwasser und wandert zur Fortpflanzung vermutlich (noch nie wurde er dabei beobachtet) in die Saragossasee (Westatlantik), wo die Paarung vermutlich in Tiefen von ca. 3.000 m erfolgt. Die Jungaale erreichen nach einer ein- bis dreijährigen Reise über den Atlantik (Golfstrom) als so genannte Glasaale die europäischen Küsten. Beim folgenden Aufstieg in die Binnengewässer können die 60 - 90 mm langen Jungaale dank ihren erstaunlichen "Kletterfähigkeiten" auch größere Hindernisse überwinden. Im dritten bis vierten Süßwasserjahr beginnt die Schuppenbildung. Während dieser Wachstumsphase werden die Aale als „Gelbaale“ bezeichnet, da die Seiten und der Bauch gelblich gefärbt sind. Nach vier bis zehn Jahren im Süßwasser verwandeln sich die Gelbaale in sogenannte Blank- oder Silberaale. Dabei vergrößern sich die Augen, der Kopf wird spitzer, die Haut auf dem Rücken dunkler, der Bauch silberglänzend. Sie stellen mehr und mehr die Nahrungsaufnahme ein, der Körper wird fest und muskulös. Sie bereiten sich für die große Wanderung zurück zu ihrem Geburtsort vor. Langsam beginnt nun auch die Entwicklung der Geschlechtsorgane. Man hat festgestellt, dass sich die Brackwasseraale überwiegend zu Männchen entwickeln, während die Flussaale hauptsächlich zu Weibchen werden.

Barsch

Perca fluviatilis

Merkmale: Olivgrüne Färbung und mehrere (5 bis 9) vertikale Streifen an den Seiten; zwei Rückenflossen, die vordere mit Stachelstrahlen, dunkler Fleck am Ende der ersten Rückenflosse; brustständige Bauchflossen; rote Färbung der Flossen (nicht Rückenflossen); kleiner Dorn am Ende der Kiemendeckel; sehr feste und kleine Schuppen; endständiges und bis zur Mitte der Augen gespaltenes und großes Maul mit kleinen Zähnen.
Lebensräume:
Der Barsch gehört zu den farbenprächtigsten Süßwasserfischen und ist in den Gewässern sehr häufig anzutreffen.

Lebensweise: Er ist ein Standfisch von stehenden und langsam fließenden Gewässern mit hartem Grund. Flussbarsche kommen an den verschiedensten Standorten in fließenden und stehenden Gewässern vor. Das heißt, man findet sie in stilleren Tümpeln ebenso, wie in den Oberläufen von Bächen, in Flüssen sowie in Teichen und Stauseen.Flussbarsche sind Schwarmfische, nur ältere Exemplare leben als Einzelgänger.

Nahrung: Junge Barsche leben meist in Ufernähe und ernähren sich von kleinen Wirbellosen (Würmer, Insekten, Schnecken) sowie von Fischlaich und -brut. Größere Exemplare halten sich bevorzugt in der Freiwasserzone auf und fressen vorwiegend Fische sowie gelegentlich auch Großkrebse. Dabei machen sie auch vor dem eigenen Nachwuchs nicht halt.

Größe: Die Durchschnittsgrößen liegt bei 15 cm bis 30 cm, unter idealen Bedingungen kann er über 50 cm lang und über 3 kg schwer werden.

Alter: ca. 12 Jahre

Laichzeit: Erstreckt sich - je nach Gewässer - von März bis Juni, das Wasser muss ca. 10°C erreicht haben. Zur Laichzeit im Frühjahr versammeln sie sich zu größeren Schwärmen. Die Fische wandern teilweise kurze Strecken flussaufwärts, um an flachen Uferstellen abzulaichen. Hier werden die ca. 1,5 - 2,5 mm großen Eier (3.000 - 300.000/Weibchen oder ca. 45.000 Eier je kg Gewicht) in Form von langen, netzartigen Gallertschnüren an Wasserpflanzen, Steinen oder Ästen abgelegt. Die Brut schlüpft nach ca. einer Woche. Barsche werden nach ca. 2 Jahren geschlechtsreif. Bei güstigen Nahrungs- und Lebensbedingungen vermehren sie sich sehr schnell.

Karpfen

Cyprinus carpio

Merkmale: hochrückige, gedrungene und füllige Körperform, Buckel nach dem Kopf, lange Rückenflosse, endständiges, unbezahntes (Schlundzähne) und vorstülpbares Maul, 4 Barteln (2 auf der Oberlippe und je 1 in den Maulwinkeln)

Lebensräume: Die Wildform des Karpfens (Schuppenkarpfen - cyprinus carpio carpio) war ursprünglich nur in den Flusssystemen des Schwarzen und Kaspischen Meeres beheimatet. Der Karpfen wurde schon im Altertum vom Menschen weiter verbreitet und ist heute in ganz Europa - mit Ausnahme Skandinaviens - zu finden.

Lebensweise: Der Karpfen bevorzugt warme, stehende oder langsam fließende Gewässer mit Pflanzenwuchs und weichem Bodengrund. Er ist relativ unempfindlich gegenüber Schwankungen des pH-Wertes und des Sauerstoffgehaltes. Tagsüber ist er scheu und hält sich meist in tieferen Gewässerbereichen oder in Verstecken auf, um erst bei Einbruch der Dämmerung aktiv zu werden. Karpfen sind Schwarmfische, die den Winter an den tiefsten Stellen überdauern und in dieser Zeit keine Nahrung aufnehmen.

Nahrung: Als Nahrung dienen vorwiegend Bodentiere (Würmer, Schnecken, Muscheln, Kleinkrebse, Insektenlarven), die durch Vorstülpen des Maules aufgenommen werden.

Größe: die mittleren Größen liegen bei 35 bis 50 cm mit 2 bis 3 kg Gewicht, Längen von 120 cm und Gewichte über 25 kg sind möglich.

Alter: Unter guten Bedingungen kann der Karpfen bis 50 Jahre alt werden

Laichzeit: Die Laichzeit des Karpfens fällt in die Zeit von Mai - Juli bei Wassertemperaturen von 15 - 20 ° C. Die ca. 1 bis 1,5 mm großen Eier (100.000 - 250.000/kg Körpergewicht) werden in flachen Uferbereichen unter heftigen Laichspielen an Wasserpflanzen angeklebt. Er erreicht seine Geschlechtsreife mit 3 bis 5 Jahren. Bei 15 °C entwickelt sich der Laich etwa in 5 Tagen, bei 20 °C in nur 3 Tagen. Die Larven sind an die 5 mm lang und kleben in der ersten Zeit, bis sie den Dottersack aufgebraucht haben, an den Pflanzen. Sie ernähren sich von Kleinplankton und stellen sich rasch auf Bodenorganismen um. Eine andere wichtige Nahrungsquelle sind auch Pflanzen und ihre Samen.

Schleie

Tinca tinca

Merkmale: Längliche, kräftige Körperform; dicke Schwanzwurzel mit gerade abschließender Schwanzflosse; grünliche, teils dunkle, Körperfärbung mit geblichem Bauch; Maul endständig und vorstülpbar, 2 kurze Barteln; schleimige und dicke Haut mit sehr kleinen Rundschuppen, rotliche Iris.
Lebensräume:
Die Schleie ist im größten Teil Europas mit Ausnahme von Griechenland, Schottland und Nordskandinavien verbreitet.

Lebensweise: Die Schleie bewohnt langsam fließende, weichgründige Gewässer (Brassenregion) sowie flache, warme und krautreiche Seen (Hecht-Schleisee). Hier hält sie sich tagsüber am Grund zwischen dichten Pflanzenbeständen auf und wird erst in der Dämmerung aktiv. Die Schleie ist ursprünglich in Naturgewässern mit weichem Boden und genügend Pflanzenbewuchs beheimatet. Schleien leben im unteren und mittleren Abschnitt von Flüssen, in Teichen, Weihern, Stauseen und an anderen geeigneten Orten. Sie vertragen auch das schwach salzige Wasser der östlichen Ostsee. Ihr Lebensraum ist der Gewässerboden.

Nahrung: Die Schleie ernährt sich vorwiegend von kleinen bodenlebenden Wirbellosen (Insektenlarven, Schnecken, Muscheln) sowie gelegentlich auch von Pflanzen.

Größe: Die Durchschnittsgröße liegt bei 30 bis 35 cm, kann bis 65 cm lang und ca. 6 kg schwer werden

Alter: Über 20 Jahre

Laichzeit: Die Laichzeit fällt in die Monate Mai - Juli bei einer Wassertemperatur von 18 - 20° C. Die Fische schließen sich vorher zu Schwärmen zusammen und suchen flache, durchsonnte Uferbereiche mit dichtem Unterwasserpflanzenbewuchs auf. Hier werden die ca. 1 -1,4 mm großen, klebrigen Eier (300.000 - 900.000/ Weibchen - 125.000 je kg Körpergewicht) abgelegt, diese heften sich an Wasserpflanzen an. Die Eiablage erfolgt portionsweise im Abstand von 2 Wochen und kann sich über 2 Monate erstrecken. Die Brut schlüpft nach 4 bis 5 Tagen und zehrt noch einieg Zeit aus den Dottersäcken. Schleien wachsen langsam und sind mit 3 Jahren erst ca. 25 cm groß, geschlechtsreif werden sie mit ungefähr 4 Jahren.

Rotauge

Rutilus rutilus

Merkmale: Rote Iris im Auge (namensgebend); gedrungene Körperform; Maul end- bis leicht unterständig; Färbung in Abhängigkeit vom Gewässer meist silbergrau; Rücken- und Seitenflossen grau, übrige Flossen gelb bis rötlich; je nach Gewässer und Nahrungsangebot können Körperform und Färbung stark differieren.
Lebensräume:
Das Rotauge ist die häufigste heimische Fischart.

Lebensweise: Das Rotauge bewohnt - als eine äußerst anpassungsfähige (euryöke) Fischart - nahezu alle Arten von Gewässern: Seen bis über 1.000 m Höhe, stehende und fließende Gewässer sowie das Brackwasser von Nord- und Ostsee. Lediglich Gewässer mit stärkerer Strömung (Forellenregion) und Hochgebirgsseen werden gemieden. Rotaugen sind Schwarmfische, die sich bevorzugt in flachen, ruhigen und pflanzenreichen Uferbereichen aufhalten.

Nahrung: Sie fressen vorwiegend Kleintiere (Würmer, Krebse, Muscheln, Schnecken, Insektenlarven) aber auch Wasserpflanzen.

Größe: Die Durchschnittsgröße liegt bei 15 bis 20 cm, das durchschnittliche Gewicht bei 200 g, unter günstigen Lebensbedingungen kann es über 40 cm lang und über 2 kg schwer werden

Alter: 12 Jahre

Laichzeit: Die Laichzeit liegt in den Monaten April und Mai bei einer Wassertemperatur von mindestens 10° C. Teilweise werden auch kurze Wanderungen flussauf zu den Laichplätzen, flachen und krautreichen Uferbereichen, unternommen. Hier werden unter heftigen Paarungsspielen die geblichen ca. 1 bis 1,5 mm großen, klebrigen Eier (25.000 bis 1.000.000 Eier je kg Gewicht) an Pflanzenstengeln, Wurzeln oder Steinen abgelegt. Sehr fruchtbarer Fisch, kann ein Gewässer in kurzer Zeit regelrecht “überrennen”. In regulierten Gewässern sind die Fische imstande, in freien strömenden Gewässerabschnitten zu laichen. Werden mit 2 bis 3 Jahren bereits geschlechtsreif. Zur Laichzeit bekommt das Rotauge einen körnigen Laichausschlag. Rotaugen wachsen langsam, Fische von 20 cm sind ca. 10 Jahre alt.

 


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